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Es gibt 4 Hauptgruppen und 13 Untergruppen

Plutonite
In der Erdkruste durch erstarrendes Magma entstandene Tiefengesteine.
Hierzu zählen Gabbro und Norit.
Granit (Syenit, Tonalit, Diorit, Monzonit, Charnokit und Foigestein)

Metamporphite
Unter Druck, Temperatur und chemischen Milieuänderungen in einer Tiefe von 2 bis 45 km erstarrte Umwandlungsgesteine:
• Marmor
• Gneis (Migmatit und Granulit)
• Quarzit
• Serpentinit

Sedimentgestein
Durch Verwitterung, Abtragung, Transport und Ablagerung sowie anschließender Diagnose mittels natürlicher Bindemittel entstandene Gesteine:
• Kalkstein
• Sandstein
• Travertin
• Schiefer
• Konglomerat / Brekzie
• Onyx

Vulkanite
Durch ausfließen oder auswerfen von Magma and die Erdoberfläche erstarrte Ergussgesteine:
• Rhyolith
• Trachyt
• Andesit
• Diabas
• Basalt
• Dolerit

Mineral

Anteil in Vol.-%

Feldspäte

51

Plagioklase

(39)

Alkalifeldspäte

(12)

Quarz

12

Pyroxene

11

Amphibole

5

Glimmer

5

Tonminerale

4,6

Olivin

3

Calcit

1,5

Magnetit

1,5

Die grobe Abschätzung der Dichte erfolgt durch einen Test, wie schwer ein Mineral (Gestein) sich anfühlt.

 Die exakte Bestimmung der Dichte erfolgt z.B. nach der hydrostatischen Methode. Die Dichte ergibt sich durch das Wiegen des Minerals (Gesteins) in der Luft und in Wasser nach der folgenden Gleichung:

Dichte = GewichtLuft (g / m3)

GewichtLuft  – GewichtWasser

GewichtLuft – GewichtWasser = Auftrieb bzw. Volumen

Dichte-Bezeichnung

Dichte – Werte (g/cm3)

Beispiele (g/cm3)

niedrig

< 2,8

Eis: 0,9

Steinsalz: 2,1 – 2,2

Graphit: 2,2

Quarz: 2,65

Feldspäte: 2,53 – 2,57

Plagioklase: 2,61 – 2,77

Calcit: 2,71

mittel

2,8 – 4

Diamant: 3,5

Dolomit: 2,85 – 3,0

hoch

> 4 – 6

Baryt: 4,3 – 4,7

Pyrit: 5,0 – 5,2

Magnetit: 5,2

sehr hoch

> 6

Gold: 19

Das bedeutet, dass z.B. Das Mineral Dolomit ca. 2,85 – 3 Mal schwerer ist, als ein äquivalentes Volumen (gleicher Rauminhalt) Wasser.

Der Widerstand bei einer mechanischen Abnutzung, wie z.B. Ritzen

Härte

Mineral

Merkmal

1

2

Talk

Steinsalz

ritzbar mit Fingernagel

ritzbar mit Fingernagel

3

4

5

Calcit

Fluorit

Apatit

ritzbar mit Messer

ritzbar mit Messer

ritzbar mit Messer

6

7

8

Orthoklas (Feldspat)

Quarz

Topas

ritzen Fensterglas

ritzen Fensterglas

ritzen Fensterglas

9

10

Korund

Diamant

schneiden Glas

schneiden Glas

Was ist eigentlich ein Naturstein?

Ein Naturstein ist ein gewachsener Stein. Geformt und entstanden aus dem Zusammenspiel der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, bildet Naturstein einen unschätzbaren und einmaligen Bauwerkstoff.

Der Umgang mit Materialien, die Millionen von Jahren alt sind, bedeutet eine Herausforderung, die wir jeden Tag aufs Neue aufnehmen.
Die Zeitlosigkeit von Naturstein ist sein besonderer Reiz, den es auch in der Weiterverarbeitung zu bewahren gilt.
Unebenheiten, Farbunterschiede und Einschlüsse machen jeden Naturstein einzigartig. Er hat eine hohe Vielfalt an Farben und Oberflächen, die von keinem anderen Werkstoff oder Kunststein erreicht werden.
Natürlich. Natur

Vorkommen der Natursteine

Die heute vorwiegend in Europa verwendeten Naturwerksteine kommen meist aus Indien, China, Südafrika, Brasilien, Italien, Spanien und Skandinavien. Das größte regionale Abbaugebiet liegt um Rustenburg in Südafrika, wo die Handelssorte Impala, ein Gabbro, abgebaut wird. Es gibt in Deutschland fast in allen Bundesländern regionale Gesteinsvorkommen; eines der bedeutendsten wirtschaftlich genutzten Vorkommen ist der „Jura Marmor“, ein Kalkstein in der Umgebung von Eichstätt. Während die Vorkommen in Europa meist bekannt sind, finden sich insbesondere in Brasilien, Afrika und Indien fast täglich neue Steinvorkommen, die durch Ihre Zeichnung und Struktur die Geschichte des Kontinents widerspiegeln und Zeugnis darstellen.
Natürlich Natur halt!

Gewinnung von Naturstein

Die Gewinnung in Steinbrüchen erfolgt heute im Wesentlichen mittels Seilsäge und Schrämen und nur noch in Ausnahmefällen mit explosiven Sprengstoffen. Seilsägen und Schrämen sägen Lösefugen ins Gestein.

Die Rohblöcke werden dass mittels LKW in die Gatterwerke gefahren oder zum Hafen. Indien, Brasilien, Afrika etc. verladen die Blöcke auf Schiffe und fahren häufig nach Carrara, Rotterdam, Antwerpen oder Hamburg. Die Blöcke von Skandinavien werden häufig mit dem Zug transportiert.

Die Gatter schneiden die Blöcke in unterschiedliche Stärken auf. Gängige Stärken sind 2,3 und 4cm für den Innenausbau sowie 8, 12, 14 und 20cm für den Grabmalbereich.

Hier gibt es auch die Möglichkeit mit einer Seilsäge zu schneiden, insbesonderer für dickere Unmaßplatten ab 8cm die dann Tranchen genannt werden. Ebenso sind noch Blockkreissägen im Einsatz.

Natursteinfliesen und Bodenbeläge haben meistens nur eine Stärke von 1 bis 1,8cm und werden mit Mehrblatt-Steinkreissägen geschnitten. Hier laufen mehrere Sägeblätter nebeneinander und schneiden nur die Breite des Bodens und nicht den kompletten Block durch.

Anschließen werden die Unmaßplatten flach auf Förderbänder gelegt und eine Oberfläche bearbeitet. Hier gibt es Schleifstraßen, die von einem groben Schliff bis zur Hochglanzpolitur den Stein bearbeiten können (Die Steine werden poliert, nicht lackiert).

Häufig gewählte Oberflächen sind heute auch Ledertouch, Antik geflammt und gebürstet, Waterjet gestrahlt, Geflammt, Gestockt, gesandstrahlt etc.

Verwendung von Naturstein

Natursteine werden sowohl in der Industrie (Zementherstellung, Schotter, Granulate), im Gartenbau, der Grabmalgestaltung, für Fassaden und bei Restaurierungen, als auch im Innenausbau verwendet.

Im Innenausbau kommt Naturstein häufig als Küchenarbeitsplatte, Waschtisch, Treppenbelag oder freitragende Treppe, Bodenbelag, Wandbelag, Fensterbank zum Einsatz. Hier ergeben sich unendlich Gestaltungsmöglichkeiten.

Natursteine mit gleicher oder ähnlicher Optik können sehr unterschiedliche technische Eigenschaften haben. Eine häufig gehandelte Marmorsorte aus Carrara, wie zum Beispiel Carrara C, kann rosten, ein anderer Carrara C nicht, trotz gleichen Aussehens und gleicher Verlegung. Auch die technischen Daten fallen sehr unterschiedlich aus, vor allen Dingen in den Punkten Wasseraufnahme und Festigkeit. Allein die Optik sagt nicht aus, inwieweit sich ein Stein für einen bestimmten Bereich eignet. Die verschieden Empfindlichkeiten und Risiken sind aus der Optik nicht zu erkennen.

Kalkhaltige Natursteine sind säureempfindlich und bedürfen einer anderen Pflege und Reinigung als die übrigen Natursteine. Granit und Basalt sind sehr harte Natursteine. Sie werden häufig im Außenbereich verbaut, wo eine hohe Beanspruchung besteht. Kalksteine und Marmore sind nicht so beständig und werden häufig im Innenbereich verbaut.

Ein großer Vorteil des Natursteins gegenüber anderen Naturalien ist, dass bei der Gewinnung und Verarbeitung ein wesentlich geringerer Energieaufwand als bei anderen Materialien (z.B. keramischen Fließen) erforderlich wird. Außerdem ist das Material antiallergisch und abriebfest.

Weiterhin kann man Naturstein problemlos entsorgen, da es sich um einen Naturstoff handelt.